Und ab dem dritten Kind laufen die ja eh mit, oder?

So oder so ähnlich höre ich das öfter wenn mein Gegenüber halt irgendwie auf die Tatsache meint reagieren zu müssen, dass wir Eltern von 9 Wunsch(!)Kindern sind.

Ein Gegenüber fragte vor Kurzem sogar, ob mein Mann überhaupt voll berufstätig sein könne bei so vielen Kindern….

Manchmal staune ich und manchmal macht es mich traurig, was die „Leute“ denken bzw. wie wenig man sich heute noch ein Großfamilienleben vorstellen kann. Absolut unlebbar scheint das für viele zu sein.
Ja, wohl auch weil es das eben leider nur noch selten gibt. Ich bin mir sicher, dass viel Familien gerne mehr Kinder hätten, es aber aus verschiedenen Gründen nicht möglich ist und da ist mir immer wieder klar, dass wir hier ein Privileg leben dürfen. Wofür ich sehr sehr dankbar bin.

Um auf die Überschrift zurück zu kommen:
nein, die Kinder laufen nicht mit, egal wie viele man hat. Ja, die tägliche Routine geht einem bestimmt leichter von der Hand und ja, man hat die ein oder andere nützliche Erfahrung gesammelt, die sich bewährt mit weiteren Kindern.
Trotzdem ist jedes Kind das auf die Welt kommt ein Individuum, ein ganz eigener, besonderer Mensch, der so viel mitbringt das nie und nimmer mit den Geschwistern identisch sein kann.

Nein, mit jedem Kind fangen wir wieder von vorne an, uns kennenzulernen, diese unglaubliche Bindung zu fühlen, die plötzlich nach der Geburt einfach da ist, die einen von jetzt auf gleich an diesen neugeborenen Menschen bindet, untrennbar unwiderruflich wie von Zauberhand, für immer.

Mit jedem Kind sortiert sich die Familie neu, es ruckelt und rüttelt im Getriebe und manchmal dauert es eine ganze Weile bis jeder seinen Platz neu gefunden hat. Das ist beim ersten Kind nicht anders als beim neunten.
Manchmal geht es leichter, fast ohne „Geburtswehen“, manchmal dauert es wirklich lang.

Jedes Kind fordert uns Eltern neu, anders… jedes Kind hat eine ganz eigene Verbindung zum Herzen seiner Eltern, jedes Kind weist uns neue Aufgaben zu und v.a. von und mit jedem Kind lernen wir Eltern dazu.
Wir sind auf einem Weg mit diesen uns anvertrauten Kindern und fast immer in dieser Beziehung ist der Weg das Ziel, ist der Weg das was zählt. Es gibt Etappenziele, immer wieder Meilensteine, aber im großen und ganzen sind wir Wegbegleiter dieser Kinder.
Wir haben Aufgaben aneinander zu tun, große, kleine, schwere und leichte.

Am wichtigsten aber erscheint mir, dass wir Freude aneinander haben, die mit jedem weiteren Kind nicht geteilt sondern größer wird.
So eine große überschäumende Freude wenn man diese Kinder, wie viele es auch sein mögen, in seinem Herzen spürt. Alle, jeden einzeln und als großes ganzes.

Nein, da läuft keiner nebenher.

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